LulzBot TAZ Workhorse: Der robuste Alltagsbegleiter für Maker
Der LulzBot TAZ Workhorse ist genau das, was der Name verspricht: ein Arbeitstier für den 3D-Druck-Alltag. Entwickelt von LulzBot, einem 2011 gegründeten Unternehmen aus Loveland, Colorado, richtet sich dieser Drucker an professionelle Anwender, Bildungseinrichtungen und Hardcore-Maker. Er ist Teil der bewährten TAZ-Serie und kam 2019 auf den Markt als Nachfolger des TAZ 6. Mit einem mittleren bis hohen Preissegment ist er keine spontane Anschaffung, aber für viele die Investition wert.
Technische Details: Worauf Du Dich wirklich einlässt
Der TAZ Workhorse nutzt die Fused Filament Fabrication (FFF)-Technologie. Sein Bauraum von 280 x 280 x 285 mm bietet genug Platz für größere Projekte, aber erwarte keine Wunder. Die Schichtdicke variiert zwischen 50 und 400 Mikrometern, was Dir Flexibilität bei der Detailgenauigkeit gibt, abhängig von Deinem Vorhaben. Die Druckgeschwindigkeit ist theoretisch mit bis zu 300 mm/s angegeben, aber in der Praxis wirst Du für brauchbare Ergebnisse deutlich langsamer drucken. Der Drucker verfügt über ein beheiztes Glasdruckbett mit PEI-Beschichtung, das Temperaturen bis 120°C erreicht. Automatische Bettnivellierung klingt gut, aber sei bereit, gelegentlich manuell nachzujustieren. Der offene Rahmen kann die Temperaturstabilität beeinträchtigen, was bei Materialien wie ABS schnell zu Warping führen kann.
Materialien: Flexibilität ohne Limits
Der TAZ Workhorse unterstützt eine breite Palette an Materialien, darunter PLA, ABS, Nylon und sogar flexibles TPU. Mit einer maximalen Düsenteperatur von 290°C bist Du auch für anspruchsvollere Filamente gewappnet. Allerdings gibt es keine geschlossene Kammer, was die Verarbeitung von Materialien, die eine konstante Temperatur benötigen, erschweren kann. Dennoch profitierst Du vom offenen Materialsystem, das Dir die Freiheit gibt, günstigere Drittanbieter-Filamente zu verwenden.
Software & Workflow: Kein Schnickschnack
Cura LulzBot Edition ist der Standardslicer, den Du nutzen wirst. Er ist funktional, aber nicht bahnbrechend. Wenn Du mehr Anpassungsoptionen benötigst, sind Simplify3D und PrusaSlicer ebenfalls kompatibel. Cloud-Dienste oder Fernsteuerfunktionen suchst Du vergeblich, aber das ist für viele Maker kein Verlust, sondern eine willkommene Vereinfachung.
Zubehör und Erweiterungen: Anpassbar, aber nicht grenzenlos
Zum Lieferumfang gehören ein Werkzeugset und eine Filament-Probe, was nett, aber nicht außergewöhnlich ist. Wenn Du mehr willst, kannst Du den Drucker mit einem Dual-Extruder oder verschiedenen Düsen upgraden. Sei aber darauf vorbereitet, dass die Wartung des Extruders und die Reinigung der Düse regelmäßig auf Deiner To-Do-Liste stehen.
Bekannte Schwächen: Kein Grund zur Panik, aber zur Vorsicht
Ein häufiges Problem bei der automatischen Nivellierung ist die Kalibrierung. Hier wird oft mehr Handarbeit nötig, als einem lieb ist. Auch das offene Gehäuse, das zwar für einfache Zugänglichkeit sorgt, kann bei bestimmten Materialien zu Temperaturproblemen führen. Regelmäßige Wartung ist Pflicht, um die Lebensdauer des Geräts zu maximieren.
Konkurrenz und Vergleich: Kein Alleskönner, aber ein solider Begleiter
Verglichen mit Wettbewerbern wie dem Prusa i3 MK3S+ bietet der TAZ Workhorse einen größeren Bauraum, aber ihm fehlt das geschlossene Gehäuse eines Ultimaker S3. Er ist ein Arbeitspferd, das viele Aufgaben zuverlässig bewältigt, aber eben auch seine Macken hat, die Du in Kauf nehmen musst.
Der LulzBot TAZ Workhorse ist für den ernsthaften Maker, der bereit ist, Zeit und Mühe in die Feinabstimmung zu investieren, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Es ist kein Plug-and-Play-Gerät und wird Dich hin und wieder an den Rand der Verzweiflung bringen, aber wenn er läuft, dann läuft er.