Moin zusammen! Wenn es um Teile geht, die das ganze Jahr draußen im Regen, im Sommer im heißen Auto oder im Garten in der prallen Sonne überleben müssen, stoßen unsere Standard-Materialien schnell an ihre Grenzen. PLA verformt sich im Hochsommer auf dem Armaturenbrett schneller als man gucken kann, und PETG ist zwar zäher, wird aber durch dauerhafte UV-Strahlung mit der Zeit spröde.
Die Lösung für echte Outdoor-Bauteile? ASA (Acrylnitril-Styrol-Acrylat). Ich drucke das Zeug seit Jahren für Halterungen, Gehäuse und Ersatzteile fürs Auto. Aber vergesst den Quatsch, den man manchmal in alten Foren liest – ASA ist kein Plug-and-Play-Material und verlangt eurem Drucker einiges ab. Werfen wir mal einen echten, faktenbasierten Blick auf das Material und die verschiedenen Hersteller.
Temperatur & Setup: Ohne Hitze läuft hier nichts
Reden wir über die nackten Zahlen. ASA braucht Hitze, und zwar ordentlich. Während man PLA gemütlich bei 200°C durchs Hotend schiebt, fängt bei ASA der Spaß meist erst bei 240°C an. Das eBay SUNLU ASA Filament UV/Regen/Hitzebeständige zäh für 3D Drucker und das Elegoo ASA performen bei mir im Bereich von 250 bis 260 Grad am besten, damit die Schichten richtig miteinander verschmelzen.
Auch die Refill-Systeme und Farbvarianten von "The Filament", wie das The Filament Refill ASA Grass, das tiefschwarze The Filament ASA Midnight oder das The Filament ASA Slate, brauchen diese hohen Temperaturen für eine saubere Layerhaftung.
Das Wichtigste vorab: Ein offener Drucker im kalten Keller wird hier zum Albtraum. Ihr braucht für große ASA-Teile zwingend ein geschlossenes Gehäuse (Enclosure), damit die Bauteiltemperatur nicht schlagartig abfällt und sich das Objekt verzieht (Warping).
Haftung & Warping: Das Druckbett muss glühen
Dass bestimmte ASA-Marken angeblich schlecht haften, liegt in 99% der Fälle nicht am Filament, sondern am Nutzer. ASA schrumpft beim Abkühlen stark. Wenn sich euer Druck löst, ist meist das Druckbtt zu kalt oder ihr habt Zugluft im Raum. Geht mit dem Heizbett auf 90 bis 110 Grad hoch! Nutzt ein strukturiertes PEI-Blech, zieht euch einen großzügigen Brim (Rand) im Slicer und schaltet den Bauteillüfter in den ersten Schichten komplett aus. Wenn das Setup stimmt, halten alle genannten ASA-Sorten bombenfest.
Mechanische Eigenschaften & Oberfläche
Was ich an ASA liebe: Es ist unfassbar schlagzäh, extrem UV-beständig (es vergilbt draußen nicht) und hält auch mal kochendes Wasser aus, ohne weich zu werden. Nach dem Druck hat es meist eine wunderschöne, edel matte Oberfläche. Der absolute Gamechanger gegenüber PETG: ASA lässt sich wunderbar schleifen und mit Aceton-Dampf glätten (Acetone Smoothing). Danach sehen die Teile aus wie industriell im Spritzguss gefertigt. Zudem kann man gebrochene Teile mit etwas Aceton chemisch und untrennbar wieder verschweißen.
Geruch & Sicherheit: Realtalk!
Wer behauptet, ASA rieche "angenehm", hat schlichtweg unrecht. Beim Drucken von ASA (wie auch beim verwandten ABS) werden Styrol-Dämpfe frei. Das riecht nicht nur nach verbranntem Plastik, das ist bei fehlender Belüftung auf Dauer auch gesundheitsschädlich. Druckt ASA niemals im Schlaf- oder Wohnzimmer ohne starke Abluft nach draußen oder ein wirklich gutes Filtersystem (HEPA + Aktivkohle) im Druckergehäuse.
Feuchtigkeit: Der unsichtbare Feind
ASA ist hygroskopisch, es zieht also Feuchtigkeit aus der Raumluft. Dass eine "hohe Feuchtigkeitsempfindlichkeit" gut sei, ist ein Mythos. Im Gegenteil: Feuchtigkeit im Filament ist der Tod für die Druckqualität. Auch wenn es frisch aus der Vakuumtüte kommt, werfe ich Spulen vor großen Drucken für 4 bis 6 Stunden bei 75-80 Grad in den Filamenttrockner. Nasses ASA knistert im Hotend, sorgt für massives Stringing und macht die Wände brüchig. Trocknet euer Zeug!
Mein Fazit für eure Werkstatt
Wenn euer Drucker die Temperaturen packt und eingehaust ist, ist ASA das absolute Endboss-Material für alles, was Wind und Wetter aushalten muss. Es gibt euch mechanische Stabilität und eine Optik, an die PLA nicht herankommt.
Für den Einstieg in die ASA-Welt macht ihr mit dem eBay SUNLU ASA Filament UV/Regen/Hitzebeständige zäh für 3D Drucker definitiv nichts falsch – es fließt meiner Erfahrung nach sehr konstant und verzeiht auch mal ein paar Grad Temperaturschwankung im Bauraum. Aber auch das Elegoo und die Refills von The Filament liefern erstklassige Ergebnisse ab, sobald ihr euer Heizbett und Enclosure im Griff habt.
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Wie sieht denn dein aktuelles Setup aus – hast du deinen Drucker schon mit einem Gehäuse nachgerüstet, um solche High-Temp-Materialien problemlos drucken zu können?